Mi. 23.09.2015

Spendenaufruf für Nepal

Erdbeben in Nepal: „Ich verstehe nicht was diese Erdgöttin macht“

Wer bis vor kurzem an Nepal dachte, der hatte vor allem eines im Kopf: überwältigende Landschaften, eine faszinierende Kultur und wunderbar freundliche und hilfsbereite Menschen. Nepal als der Inbegriff aller Bergsehnsucht galt als das Traumziel von Wanderern und Bergsteigern schlechthin; vielleicht träumte auch das eine oder andere Mitglied unserer Sektion davon.

Doch dann verwandelte das Erdbeben vom 25.04.15 mit seinen vielen großen und kleinen Nachbeben (bisher über 240) das Land in eine Trümmerlandschaft. Und auch wer es bislang geschafft hat zu überleben, der steht nun vor schier unüberwindlichen Problemen. Das Beispiel von Kami und Pun, auf einer gemeinsamen Trekkingtour in Nepal kennengelernt und zu guten Freunden geworden, mag stellvertretend für das Schicksal Vieler stehen, die das Beben zunächst vermeintlich gut überstanden haben. Beide arbeiten für die Partneragentur des DAV Summit Clubs, haben weitverzweigte Familien zu versorgen und befanden sich während des Bebens in Kathmandu. Die Schilderung der Situation überlasse ich Pun mit seinem unvergleichlichen Deutsch, das er extra für seine Trekkinggäste gelernt hat:

29.4.15: Ich und meine Familie sind okay, aber ich habe einbisschen verletzen meine Kopf und rechte seite Arm. Sehr, sehr schade das grosse Erdbeben gemacht in ganz Nepal viel Schaden, viel Leben verloren. Jetzt auch mein Hirn arbeitet nicht gut. Ja, das schreckliche Erdbeben machen immer meine Augen schwindelig. Wir waren in unserer Mietwohnung und wir wissen nicht, wieso wir überlebten.

2.5.15: Wir haben gebaut zwei Zelte auf dem Reisfeld, darin wir schlafen zehn Leute, weil meine Nachbarn hat kein Zelt, deswegen wir schlafen zusammen. Wir haben die Mietwohnung mit zwei Zimmern und eine Wand hat nicht gehalten, deswegen wir schlafen im Zelt. Dein Geld hat gekauft die Rettungsmedikamente und Futter, dann meine Frau hat gekocht für alle Nachbarn und zusammen gegessen.

13.5.15: Gestern auch wieder das grosse Erdbeben gemacht und viele Leute Unglück haben wieder in Nepal. Ich verstehe nicht, was macht diese Erdgöttin?! Jederzeit kommen die Problemen in Nepal. Jetzt auch nicht ruhig.

Auch Kami mit Familie blieb unverletzt, ihr Haus ist jedoch beschädigt. Sein Heimatdorf Khumjung im Everestgebiet wurde stark getroffen; die meisten Häuser sind baufällig oder zerstört. Viele wurden obdachlos, wie auch die Witwe seines Neffen, der letztes Frühjahr im Lawinenunglück am Everest umkam, mit ihren zwei kleinen Kindern. Bislang hat Kami sie unterstützen können, sieht sich jetzt jedoch nicht mehr in der Lage dazu.

Beide Freunde machen sich große Sorgen um die Zukunft, da es nicht nur gilt, das eigene Leben neu zu gestalten, sondern auch ein ganzes Land wieder aufzubauen. Und dass, wo ihnen derzeit jegliche Einkommensquelle fehlt, da die Tourismusindustrie bis auf weiteres am Boden liegt. Vor dem Beben konnten Kami und Pun dieses Jahr jeder nur eine einzige Trekkingtour führen. Der Verdienst dafür wird nicht lange reichen und wann sie wieder arbeiten können, steht in den Sternen.

Damit wir auch in Zukunft wieder von einem Traumland sprechen können, ist es wichtig, dass die Welt, jeder Einzelne, Nepal und die Menschen dort nicht vergisst, auch wenn die Katastrophe bereits erschreckend schnell aus den Medien verschwindet. Nepal wird über Jahre Hilfe benötigen, lasst uns einen Teil dazu beitragen!

 

Anja Struß, Mitglied der Sektion Münster

Spendenmöglichkeit:

für Kami, Pun & ihre Kollegen
Sparda Bank Münster
(Konto der Sektion Münster)
IBAN DE 25 4006 0560 0000 9009 66
BIC GENODEF1S08
Spende Nepal


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