2008 – Hochtouren

Rund um das Maderanertal

Das Maderanertal liegt in den Glarner Alpen, kurz vorm Gotthard. Norbert hat eine imposante Tour über die umliegenden Gipfel ausgearbeitet. Mitwanderer sind Ingrid, Heiner, Bernhard, Christoph, Werner und Matthias.

Wir starten am 16.8. voller Erwartung in Bristen Richtung Etzlihütte. Norbert lässt uns rennen, bis wir von selber langsamer werden.

Am nächsten Tag steht der Oberalpstock (3.345m) und Weitergang zur Cavadirashütte auf dem Programm. Oben kommt aufgrund der Anstrengung, der ungewohnten Höhe und aufziehendem Nebel nicht bei allen das rechte Gipfel-Glücksgefühl auf.

Am anderen Morgen scheint früh die Sonne durchs offene Fenster auf unser Lager. Ziel ist heute der Pitz Ault (3.027m). Der Gipfelanstieg ist luftige Kletterei im Blockwerk. Vom Gipfel schweift unser Blick über den weiten Gletscherkessel zurück zum Oberalpstock. Von hier oben haben wir einen fantastischen Blick auf unseren gestrigen Weg.

Beim Abstieg wird „gestrahlt“, d. h. Bergkristalle gesucht. Am Fuße des Pitz Ault, beim Übergang vom Fels in ewiges Eis, befinden sich Adern mit strahlenden Bergkristallen. Profis sind vor uns da gewesen und haben die besten Stücke mitgenommen, allerdings finden auch wir noch einige Bergkristalle. Für eine schöne Erinnerung an diesen Punkt der Wanderung reichen sie allemal.

Hinab geht es zur Hinterbalmhütte. Je tiefer wir kommen, umso wärmer wird es und umso mehr schwitzen wir. Beim marschieren am Bach entlang haben alle den gleichen Gedanken - an einer breiten Stelle fallen die verschwitzten Hüllen und wir nehmen ein kurzes, aber erfrischendes Bad.

Um 4:30 Uhr ist die Nacht um. Wir wollen auf den Großen Düssi (3.256m). Norbert führt uns über die Nordseite zum Aufstieg. Erst geht es über eine elend lange und nasse Schutthalde, dann über Blockwerk weiter. Die daran folgende Kletterei im Fels bis zum 2. Schwierigkeitsgrad ist für einige Teilnehmer eine neue Erfahrung. Nach dem Berg-Heil genießen wir einen fantastischen Rundblick über die nahen und fernen Alpengipfel. Wir steigen über den Südgrad ab zur Hinterbalmhütte - erschöpft, aber glücklich und zufrieden.

Obwohl uns Norbert eine lange Nacht ohne wecken verspricht, sind fast alle recht früh im Bett. Nur Werner soll noch einige Bier mit Norbert und dem Hüttenwirt getrunken haben.

Ruhetag, d.h. 8:00 Uhr aufstehen und mit Muße frühstücken. Es regnet leicht und wir vertrödeln den Morgen. Am Nachmittag wandern wir durch feuchten Nebel zur Hüfihütte.

Nach gutem Essen und der vom Hüttenwirt spendierten Flasche Wein sitzen wir noch in der Hütte, als plötzlich die Abendsonne durch die Wolken und den Nebel hervorbricht. Alles steht auf der Terrasse und bestaunt das Naturschauspiel.

Inzwischen ist es Donnerstagmorgen und wir steigen im allerersten Morgenlicht hinauf auf das Schärhorn (3.295m). Das Wetterglück ist auf unserer Seite. Die Fernsicht wird zwar immer wieder von vorbeiziehenden Wolkenfetzen beeinträchtigt, trotzdem fühlen wir uns wie auf dem Dach der Welt. Die Gipfelrast dauert allerdings nicht lange. Der aufkommende, schneidende Wind treibt uns hinab durch eine grandiose und beeindruckende Gletscherwelt zur traumhaft gelegenen Planurahütte.

Am frühen Morgen maschieren wir in Richtung Clariden. Die Sonne steigt hinter den Bergen empor und wir erleben beim Gang über den Gletscher einen herrlichen Sonnenaufgang. Mit Steigeisen können wir fast bis auf die 3200m hohen Clariden steigen. Abwärts geht es über den Nordgrad zur Chammlilücke - ein letztes Highlight, denn es geht fast senkrecht an Ketten hinab.

Inzwischen hat leichter Regen eingesetzt. Norbert plant um und statt der Übernachtung auf der Hüfi Hütte steigen wir ab nach Bristen.

Beim gemütlichen Abendessen rauscht draußen der Regen. Wir aber blicken auf eine tolle Wanderwoche in einer grandiosen Bergwelt zurück.

Unser Dank gilt Norbert, der diese Tour ausgearbeitet und geführt hat, und dem Wettergott, der dafür sorgte, dass wir nicht umplanen oder abbrechen mussten.

Matthias Mündelein




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