2003 – Skibergsteigen

Ski- und Schneeschuhtouren rund um das Westfalenhaus (Sellrain)

Alle Jahre wieder entflieht eine Gruppe von Bergfreunden (in diesem Jahr elf), sofern das Wetter es erlaubt und das Westfalenhaus bereits geöffnet ist, dort dem Karnevalsrummel.

Für den Samstag hatten wir uns als Skitour den Winnebacher Weißkogel (3.185 m) ausgesucht. Es ist eine abwechselungsreiche Strecke, die sowohl mit Tourenski als auch mit Schneeschuhen gut zu bewältigen ist. Die Sonne lachte von einem stahlblauen Himmel und trieb uns den Schweiß aus allen Poren.Toni und Gerold gingen schon - für ihre Verhältnisse langsam - voraus und waren trotzdem eine Stunde vor uns auf dem Gipfel. Bei dem herrlichen Wetter war es aber eher ein Vergnügen für sie, auf uns zu warten. Die Abfahrt durch den aufgefirnten Schnee fiel uns leicht und mit jedem Schwung kam ein wenig Sicherheit hinzu.

Nach einem langen Abend traten am Sonntag alle wieder pünktlich zum Frühstück an. Da die Schneeverhältnisse bestens waren, ging es auf den Hohen Seeblaskogel (3.235 m). Der Aufstieg ist im Winter auch nicht leichter als im Sommer,und die Truppe zog sich immer weiter auseinander. Der steile Anstieg vom Moränenrücken des Längentaler Ferner auf den grünen Tatzen Ferner jagte den Puls kräftig nach oben. Diese Passage ist wegen der Hangneigung von 40° stark lawinengefährdet und sollte deshalb nur bei sicheren Verhältnissen begangen werden. Der Grüne Tatzen Ferner wird von einem sacht ansteigenden, langgezogenem Talkessel eingerahmt. Der Gipfelanstieg erfolgt über verschneites Blockwerk, bei eisigen Verhältnissen sollten hier besser Steigeisen angelegt werden. Das Gipfelerlebnis war überwältigend. Die Sonne lachte, angenehme Temperaturen und wir allein dort oben! Nach einer erholsamen Pause ging es wieder talwärts, Matthias mit dem Snowboard, Klaus und Jürgen mit Schneeschuhen und die anderen auf Skiern.

Abends fing es an zu schneien und Montag lagen auf der Terrasse 10 cm Neuschnee. Stefan, Mechtild und ich (die übrigen mussten schon nach Hause) machten uns auf den Weg zum Längentaler Weißkogel (3.217 m). Der lag jedoch in Wolken und Wetterbesserung war nicht in Sicht. Also traten wir auf dem Längentaler Gletscher den Rückweg an: Tiefschnee fahren wie man es sich vorstellt! Hier oben lagen ca. 50 cm feinster Pulverschnee, traumhaft! Lediglich die Sonne fehlte. So wurde die Abfahrt nur manchmal dadurch getrübt, dass unsere Sinne verrückt spielten, weil die Konturen verschwammen. Fahren wir jetzt runter, rauf oder stehen wir schon? - und schon lag man im Schnee!!

Wir sind dann am Dienstag - wieder bei strahlendem Sonnenschein - abgefahren, da rief auch uns wieder die Pflicht.

Werner Knopp




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