2018 – Ausbildung

Basiskurs der Hochtourenausbildung mit Peter vom 22. – 26. Juli 2018

Am 22. Juli 2018 war es so weit. Mit insgesamt 8 Personen (inklusive Tourenleiter Peter) trafen wir uns auf dem Taschachhaus im Pitztal (auf 2430 m Höhe gelegen) zu unserem Hochtourenkurs. Diese Alpenvereinshütte ist dafür diesen Zweck die ideale Umgebung. Nicht nur ist die Unterkunft äußerst geräumig und von hoher Qualität, auch die Ausbildungsmöglichkeiten sind schlichtweg ideal. Es gibt mehrere Kursräume, eine Kletterhalle sowie zahlreiche Trainingsmöglichkeiten in, an und neben der Hütte, die wir im Verlauf des Kurses intensiv genutzt haben. Dazu kam der Vorteil eines kurzen Zustieges zum nahe gelegenen Taschachferner, der für die Zeit des Kurses quasi unser Wohnzimmer werden sollte.
Die Teilnehmer unserer Tourengruppe (Agi, Max, Sebastian, Julian, Nico, Malte und Danny) hatten bereits erste Vorkenntnisse im Klettern, Bergsteigen und Tourengehen. Was nicht bedeutet, dass wir das Training nicht nötig hatten, aber so ganz unschuldige Anfänger waren wir dadurch nicht.
Das Kursprogramm der ersten beiden Tage enthielt vielfältige Übungen zu Techniken des Hochtourengehens. Dazu zählten die grundlegenden Bewegungstechniken auf dem Gletscher, das Setzen von Eisschrauben und Sicherungspunkten, das Begehen einfacher Kletterpassagen auf dem Eis sowie das Erlernen von Sicherungsstandards in einer Seilschaft. Als weitere Trainingsinhalte wurden die Standard Bergungstechniken im Eis intensiv erlernt. Dazu zählte vor allem die Spaltenbergung mittels der losen Rolle in einer 3-er Seilschaft. Diese Methode wurde derart oft wiederholt, man hätte uns wahrscheinlich mitten in der Nacht wecken können und wir hätten quasi aus dem Schlaf die Abläufe im Dunkeln beherrscht. Abgerundet wurde unsere Ausbildung durch das Erlernen von Selbstrettungsprinzipien wie dem Aufstieg am fixen Seil mittels Prusik-Technik sowie durch die Verwendung von Rücklaufsperren.
Der letzte Tag, quasi als Abschluss unserer Ausbildung mit dem Ziel, die erlernten Kenntnisse auch unter realen Bedingungen anzuwenden, sollte uns auf den Gipfel der Petersenspitze führen. Die Tourenplanung selber war auch Teil der Ausbildung und begann bereits am Vorabend mit der Zusammenstellung der Seilschaften und der detaillierten Festlegung der Wege, der Auswahl der benötigten Materialien sowie der Berechnung der Marschzeiten. Ein letzter Blick galt der Wetterprognose: die Aussicht auf gutes und stabiles Wetter ließ uns einen angenehmen, aber auch sehr warmen Tourentag erwarten.
Los ging es morgens um 7 Uhr. Der Taschachferner war bereits nach kurzer Zeit erreicht, diesem Gletschern sollten wir in den kommenden Stunden über seine komplette Länge hinweg folgen. Zum Einstieg auf den Gletscher wurden Klettergurt und Steigeisen angelegt und weiter ging es zunächst einzeln auf dem Blankeis bis auf ca. 3000 m. Ab hier machte die Schneeauflage ein Weitergehen in der Seilschaft notwendig. So ging es über Spalten in zumeist mäßig steilem Gelände immer weiter bergan und entlang des Gletschers bis knapp unterhalb des Mitterkarjoches. Hier wurde das Gelände für kurze Zeit deutlich flacher, ehe der finale und steile Gipfelanstieg auf die Petersenspitze durch tiefen Schnee begann. Nach diesem letzten anstrengenden Stück erreichten wir den Gipfel auf 3484 m nach 4 ½ Stunden Anstieg und einer Strecke von etwas über 8 km. Nach einer kurzen Pause traten wir den Rückweg an, der über dieselbe Route führen sollte. Einziger Unterschied zum Aufstieg war der deutliche weichere Schnee, der für zahlreiche Flüche der Teilnehmer verantwortlich war. Nach insgesamt 8 ½ h erreichten wir gleichermaßen erschöpft, aber auch stolz über die erfolgreiche Tour unsere Unterkunft.
Weitere Kursinhalte beschäftigten sich mit der Navigation im unbekannten Gelände sowie mit Erste-Hilfe Maßnahmen in Situationen von Bergunfällen. Für dieses Thema hatten wir in unserer Gruppe ausreichend Spezialisten dabei, die gerne ihr Wissen fachkundig mit uns teilten. Abschließend kann man diese Tourenwoche als rundum gelungen bezeichnen. Die Umgebung, die Hütte, das Wetter; all das waren tolle Rahmenbedingungen. Aber zu einem besonderen Erlebnis wird eine solche Woche erst durch die beteiligten Personen. Wir hatten wahrlich das Glück, dass hier eine Gruppe zusammenfand, die sich auf Anhieb sofort gut verstand und die über die komplette Zeit als Team hervorragend funktionierte. Und die vor allem das Vergnügen hatte, von einem Tourenleiter ausgebildet zu werden, der in jeder Hinsicht eine Persönlichkeit ist. Das dürfte nicht die letzte Tour gewesen sein, wie wir gemeinsam unternommen haben.

 





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