Basis - Kurs Hochtouren – Sicher gehen in Eis und Schnee


2021 – Ausbildung

Basis - Kurs Hochtouren – Sicher gehen in Eis und Schnee

Du lernst, wie man sicher auf Steigeisen geht. Du weißt, wie man eine Eisschraube setzt und mit Eispickel (oder Trinkflasche) und Bandschlinge einen T-Anker baut. Du trainierst den Aufbau einer „losen Rolle", womit du deinen Seilpartner aus der Gletscherspalte ziehst. Du staunst über die Einsatzmöglichkeiten des Prusik-Knotens, der als Rücklaufsperre fungiert. Du kennst den Achterknoten, den doppelten Bulin, den Schmetterlingsknoten und knüpfst an zwei Karabinern die Gardaschlinge. Das alles und noch viel mehr lernst du im „Basis-Kurs Hochtouren". Und mit Fachübungsleiter Peter Müller hast du einen erfahrenen und geduldigen Ausbilder, der auch weiß, wie man den Zusammenhalt einer Gruppe fördert.

Vom 3. bis zum 8. Juli 2021 quartierten sich Leonie, Felix, Pinchas, Daniel, Lars, Christian und Peter im Taschachhaus (2434m) in den Ötztaler Alpen ein, um von Peter in die Grundlagen des Alpinismus eingeführt zu werden. Es folgten prallgefüllte Tage, in denen trotz wechselhafter Witterung auch das Wetter mitspielte. Die ersten beiden Tage vergingen mit Übungen am Gletscher, wobei Aufbau und Praxis der „losen Rolle" im Mittelpunkt standen. Eigenartig, alleine am Seil in der Gletscherspalte zu hängen! Aber auf deine beiden Seilpartner, die dir ab und zu aufmunternde Worte zurufen, kannst du dich verlassen. Möglicherweise hast du am nächsten Tag etliches wieder vergessen. Oder dir unterlaufen ständig Fehler, etwa: mit dem Steigeisen aufs Seil trampeln, die Eigensicherung oder den redundanten Sackstich vergessen, das Seil schlecht aufnehmen, den Garda-Knoten falsch knüpfen. Aber das macht nichts. Denn die Wiederholung bringts und Peter erklärt dir gerne alles noch einmal.

So waren wir vorbereitet auf zwei erlebnisreiche Hochtouren. Die erste führte bei strahlendem Sonnenwetter hinauf aufs Taschachjoch (3236m). Am nächsten Tag war die Südliche Sexegertenspitze (3429m) unser Ziel. Bei schlechter Sicht im dichten Nebel am frühen Morgen verloren wir zunächst den Weg und zeitweise den Kontakt zueinander, was eine etwas waghalsige Bachüberquerung zur Folge hatte. Das nutzte Peter gleich zu einer gemeinsamen Reflexion: „Was ist hier falsch gelaufen?" Es folgte ein langer, zunächst noch recht komfortabler Aufstieg in zwei Seilschaften über schneebedeckte Gletscherflächen. Zum Ende hin wurde das Gelände jedoch steiler und steiler, bis schließlich die Schneedecke verschwand, das Eis blank lag und Steigeisen und Eispickel zum Klettereinsatz kamen. Eine Passage, die uns gehörigen Respekt vor hochalpinem Gelände vermittelt hat! Lars brachte es auf den Punkt: „Ich wollte meine Grenzen kennenlernen. Jetzt habe ich sie kennengelernt." Wie gut, dass der Gipfel fast erreicht war und uns mit einer grandiosen Aussicht belohnte.

Am letzten Tag war vormittags noch Zeit für Abseilübungen. Dann trennten sich unsere Wege. Leonie, Daniel und Peter fuhren heimwärts, Pinchas blieb in der Gegend zum Gleitschirmfliegen, Lars und Christian gingen Solo auf Wanderschaft und Felix – der hatte den wenige Tage später beginnenden „Aufbau-Kurs Hochtouren" gebucht und blieb gleich vor Ort.

Uns allen bleibt die Erinnerung an intensive Natureindrücke, körperliche (und mentale) Herausforderungen und nicht zuletzt an ein harmonisches Miteinander in der Gruppe und das Erlebnis, gemeinsam Neues erfahren und erlernen zu können. Und sicherlich wird Felix nicht der einzige bleiben, der den Aufbaukurs dranhängt.

Christian Heinz, Ibbenbüren


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